Abschied

Wir hatten uns bewusst dafür entschieden uns nur von unseren Kindern und Eltern zu verabschieden und natürlich von Freunden die mehr als das sind, die nämlich auch Familie sind, nur die Art von Familie, die wir uns ausgesucht haben.

Sich von jedem persönlich zu verabschieden hätte den zeitlichen Rahmen komplett gesprengt. Wir waren wirklich gut organisiert und hatten eine stressfreie Pack- und Vorbereitungszeit, aber in den letzten 4 Tagen in Deutschland hat es sich dann doch sehr zugespitzt. Irgendwann lief uns die Zeit davon. Von daher waren wir heilfroh, dass wir keine Abschiedsrundreise mehr antreten wollten.

Auch wollten wir nicht, das es irgendwer persönlich nimmt, dass wir bei XY vorbeigeschaut haben aber bei Z nicht waren. Es ist immer so eine Gradwanderung, also haben wir für uns den Weg gesucht, den wir mit uns und unserem Gewissen sehr gut vereinbaren konnten.

Am Abend vor unserer Abreise waren noch spontan Freunde von uns zu besuch – ungeplant – aber sie waren verdammt gut ausgestattet vom Stehtisch, über Getränke und Gläser bis hin zu den Chips hatten sie alles dabei. Es war uns ein Fest Euch in unserem leeren Haus willkommen zu heißen und uns auf diesem Weg persönlich zu verabschieden.

Der Tag der Abreise, wir waren guter Dinge, klar es fühlte sich schon etwas beklemmend an, das letzte Mal unser Haus abzusperren, dass letzte Mal vom Hof zu fahren, das letzte Mal ……. – schon ein komisches Gefühl. Nicht das wir irgendwas bereut haben, aber halt komisch. Der Kloß im Hals war schon zu spüren und dann kurz nachdem wir auf die Autobahn gefahren sind, mach ich WhatsApp auf und was sehe ich da eine Verabschiedung der ganz besonderen Art, was hab ich mich gefreut und gleichzeitig gingen die Schleusen auf und die Tränen liefen. Keine ich bereue alles oder ich will sofort wieder zurück Tränen. Ich Rede hier von Tränen die da sagen, jetzt fangen wir dann mal von 0 an, in einem anderen Land, müssen eine andere Sprache sprechen und nur wir 2, die Anspannung der letzten Tage, haben wir alles dabei was wir benötigen, die Aufregung vor meiner allerersten Fährüberfahrt – alles was einem so quer durch den Kopf schiesst in so einem Moment.

Und nu sind wir hier, sitzen in unserem Ferienhaus, bewerben uns fleißig, klären die letzten Punkte und es geht uns gut.

Wir möchten uns auf diesem Wege nochmal bei unserer Familie und all unseren Freunden verabschieden und auch bei denen bedanken, die uns tatkräftig in den letzten Wochen in Deutschland unterstützt haben. Es wird hier in Irland immer ein Besucher-Plätzchen für euch frei sein, sobald wir ein Haus für uns gefunden haben 😉😘💕